Markteintritt in Deutschland: eine Checkliste für ausländische kleine Unternehmen
Deutschland ist der größte Markt der EU, und deutsche Kunden bleiben treu, sobald sie einem Anbieter vertrauen. Dieses Vertrauen hat Bedingungen: korrekte Pflichtangaben, deutschsprachige Inhalte, vertraute Zahlungsarten und klare Preise. Diese Checkliste hilft ausländischen kleinen Unternehmen zu entscheiden, was sie brauchen, bevor sie an deutsche Kunden verkaufen.
Entscheiden, ob Sie eine deutsche Gesellschaft brauchen
Viele Unternehmen können aus ihrem Heimatland heraus nach Deutschland verkaufen, besonders Online-Dienstleistungen und Shops. Eine deutsche Gesellschaft wie eine GmbH oder UG wird relevant, wenn Sie in Deutschland Personal einstellen, eine lokale Präsenz für Kunden oder Partner brauchen oder größere Aktivitäten planen. Für eine GmbH sind ein Notar und ein Stammkapital von 25.000 € nötig; eine UG kann mit deutlich weniger starten.
Die Umsatzsteuer vor der ersten Rechnung klären
Die Umsatzsteuerregeln hängen davon ab, was Sie an wen verkaufen. Grenzüberschreitende Warenverkäufe an Verbraucher in anderen EU-Ländern über 10.000 € im Jahr werden in der Regel im Land des Kunden besteuert und können über den One-Stop-Shop gemeldet werden. Lager in Deutschland und andere Fälle können eine deutsche Umsatzsteuerregistrierung erfordern. Klären Sie Ihren Fall vor dem Start mit einer Steuerkanzlei.
Website und Rechtstexte auf Deutsch
Deutsche Kunden erwarten eine deutschsprachige Website, keine ungeprüfte maschinelle Übersetzung. Geschäftliche Websites für den deutschen Markt brauchen ein Impressum mit den Anbieterangaben und eine Datenschutzerklärung; Onlineshops zusätzlich AGB, Widerrufsbelehrung und den korrekten Bestellbutton. Diese Regeln gelten unabhängig vom Sitz Ihres Unternehmens:
- Deutschsprachige Seiten für das Hauptangebot, geschrieben für deutsche Kunden.
- Ein Impressum und eine Datenschutzerklärung nach deutschen Anforderungen.
- Preise für Verbraucher als Endpreise einschließlich Umsatzsteuer.
- Für Shops: Widerrufsbelehrung, Bestellbutton und Versandkosten.
Zahlungsarten und Vertrauen
Bieten Sie die Zahlungsarten an, die deutsche Kunden nutzen: PayPal, Karte, Rechnung oder Lastschrift, je nach Geschäft. Bewertungen bei Google und auf vertrauenswürdigen Bewertungsplattformen, eine deutsche Kontaktmöglichkeit sowie klare Liefer- und Antwortzeiten senken das Risiko, das Kunden beim Kauf aus dem Ausland empfinden.
In der deutschen Suche gefunden werden
Legen Sie ein Google-Unternehmensprofil an, wenn Sie einen Standort in Deutschland haben, veröffentlichen Sie deutschsprachige Seiten mit eigenen URLs und hreflang und recherchieren Sie die Begriffe, die deutsche Kunden tatsächlich verwenden. Sie unterscheiden sich oft von direkten Übersetzungen Ihrer englischen Suchbegriffe.
Beispiel: ein Softwareanbieter für die Gastronomie geht nach Deutschland
Ein Anbieter von Reservierungssoftware aus einem anderen EU-Land startet mit einer deutschen Website, Supportzeiten auf Deutsch, Referenzen deutscher Restaurants und Schnittstellen zu in Deutschland verbreiteten Kassensystemen. Erst nach den ersten fünfzig Kunden prüft er eine deutsche Gesellschaft und ein lokales Vertriebsteam.
Häufige Fragen
- Brauche ich eine deutsche Adresse, um in Deutschland zu verkaufen?
- Nicht unbedingt. Das Impressum braucht eine ladungsfähige Anschrift, die auch im Ausland liegen kann. Eine lokale Adresse hilft beim Vertrauen und bei manchen Partnern.
- Reicht Englisch für deutsche B2B-Kunden?
- In manchen Branchen ja, aber deutschsprachige Seiten bringen meist mehr Anfragen und sind nötig, um für deutsche Suchbegriffe gefunden zu werden.
- Welche Regeln gelten für meine Website in Deutschland?
- Wenn Sie deutsche Kunden ansprechen, gelten deutsches Verbraucher- und Datenschutzrecht, unabhängig vom Sitz Ihres Unternehmens. Lassen Sie Rechtstexte von einer Kanzlei prüfen, die das deutsche Recht kennt.
Quellen
Sie möchten in Deutschland verkaufen? Erzählen Sie uns von Ihrem Angebot und Ihrer aktuellen Website. Wir planen mit Ihnen die deutsche Website, die Rechtstexte und die Sichtbarkeit in der Suche.
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