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7 Min. LesezeitVon Onravetoni

Shopware oder Shopify: Vergleich für Händler in Deutschland

Wer in Deutschland einen Onlineshop plant, landet schnell bei dieser Frage: Shopware aus dem Münsterland oder Shopify aus Kanada? Die Antwort hängt weniger von Funktionen auf der Produktseite ab als vom Umsatz, von B2B-Anforderungen und davon, ob Sie einen Server selbst betreiben wollen. Seit Shopware 2025 die Regeln für seine kostenlose Edition geändert hat, lohnt sich ein genauer Blick auf die Lizenz.

Zwei Modelle: Open Source oder Software als Dienst

Shopware 6 ist eine Open-Source-Plattform auf Basis von PHP und Symfony. Sie können sie selbst hosten oder als Cloud-Variante von Shopware nutzen. Shopify ist ausschließlich ein gehosteter Dienst: kein eigener Server, keine Updates, dafür feste Regeln, was sich anpassen lässt.

Ein wichtiger Unterschied im Alltag: Ein selbst gehosteter Shopware-Shop braucht jemanden, der Updates einspielt, Erweiterungen kompatibel hält und den Server betreut. Bei Shopify übernimmt das der Anbieter.

Lizenzen: was die Fair Usage Policy ändert

Die Community Edition von Shopware ist kostenlos. Seit dem 24. März 2025 gilt für sie aber eine Fair Usage Policy: Shops mit mehr als 1 Mio. € Bruttowarenwert (GMV) pro Jahr brauchen einen kostenpflichtigen Plan (Rise, Evolve oder Beyond), um weiter Zugang zu Shopware-Account und Store zu haben. Der GMV muss jährlich gemeldet werden; Steuern zählen nicht dazu, Rabatte werden abgezogen.

Die Preise der kostenpflichtigen Pläne veröffentlicht Shopware nicht als feste Liste; sie richten sich nach dem GMV. Partneragenturen nennen für Rise einen Einstieg um 600 € im Monat. Holen Sie das verbindliche Angebot direkt bei Shopware ein.

Shopify berechnet feste monatliche Tarife, ab rund 30 € im Monat für den Einstieg, dazu Zahlungs- und App-Gebühren. Für große Händler gibt es Shopify Plus mit individuellen Konditionen.

B2B, Sortiment und Sonderlogik

Shopware hat seine Stärke dort, wo Abläufe vom Standard abweichen: Kundengruppenpreise, komplexe Regeln für Versand und Rabatte über den Rule Builder, Anbindung an Warenwirtschaft und ERP, und je nach Plan B2B-Funktionen wie Angebote, Schnellbestellung und Mitarbeiterkonten. Weil der Code offen ist, lässt sich fast alles anpassen, mit entsprechendem Entwicklungsaufwand.

Shopify ist stark bei Standard-B2C: schneller Start, stabiler Checkout, großer App-Markt. Welche B2B-Funktionen in welchem Tarif enthalten sind, ändert sich regelmäßig. Prüfen Sie das auf der Preisseite für Ihren konkreten Bedarf, bevor Sie sich festlegen.

Agentur, Betrieb und Gesamtkosten

Shopware-Projekte laufen fast immer mit einer Agentur oder einem Entwickler, der PHP und Symfony beherrscht, auch nach dem Launch. Rechnen Sie neben der Einrichtung Hosting, Updates und Kompatibilitätsprüfungen bei neuen Shopware-Versionen ein. Shopware 5 erhält seit Juli 2024 keine Sicherheitsupdates mehr; wer noch darauf läuft, muss migrieren.

Bei Shopify ist der Betrieb schlanker, dafür zahlen Sie dauerhaft Tarif und Apps. Für einen ehrlichen Vergleich rechnen Sie wie beim Vergleich Shopify/WooCommerce über 24 Monate: Einrichtung, Lizenz oder Tarif, Hosting, Apps oder Erweiterungen, Zahlungsgebühren und Wartungsstunden.

Die Entscheidungsregel

Shopware passt eher, wenn Sie B2B oder gemischtes B2B/B2C verkaufen, Sonderlogik bei Preisen und Versand brauchen, Daten selbst hosten wollen und einen technischen Partner für den Betrieb haben. Shopify passt eher, wenn Sie B2C mit Standardabläufen verkaufen, schnell starten und den Betrieb nicht selbst organisieren wollen. Liegt Ihr Umsatz deutlich unter 1 Mio. € und Ihre Abläufe sind einfach, ist auch WooCommerce eine Option.

Häufige Fragen

Reicht die kostenlose Shopware Community Edition für einen kleinen Shop?
Ja, solange der Bruttowarenwert unter 1 Mio. € im Jahr bleibt und jemand Hosting und Updates zuverlässig übernimmt. Die Lizenz ist kostenlos, der Betrieb nicht.
Ist Shopware rechtssicherer, weil es aus Deutschland kommt?
Shopware bringt viele für Deutschland typische Einstellungen mit, etwa Grundpreise und Bestellbutton-Beschriftung. Rechtssicher wird ein Shop aber erst durch richtige Rechtstexte, Produktangaben und Prozesse, egal auf welcher Plattform.
Kann ich von Shopify zu Shopware wechseln?
Ja, Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich migrieren. Planen Sie Weiterleitungen für alle alten URLs, sonst verlieren Sie Rankings.

Quellen

Nennen Sie uns Umsatzgröße, B2B-Anteil und angebundene Systeme. Wir sagen Ihnen, ob Shopware oder Shopify passt, und rechnen beide Varianten über zwei Jahre durch.

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