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7 Min. LesezeitVon Onravetoni

Shopify oder WooCommerce: Welche Plattform passt zu Ihrem Onlineshop?

Shopify und WooCommerce sind die beiden Systeme, die kleine und mittlere Händler am häufigsten vergleichen. Beide können einen guten Shop tragen. Der Unterschied liegt nicht in der Produktseite, sondern darin, wer die Technik betreibt, wie sich die Kosten über zwei Jahre verteilen und wie viel Kontrolle Sie über Daten und Abläufe brauchen. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die Frage an Ihren eigenen Prozessen zu entscheiden.

Der Grundunterschied: Miete oder Eigentum

Shopify ist eine Software als Dienst: Hosting, Sicherheitsupdates und der Checkout werden von Shopify betrieben, Sie zahlen eine monatliche Gebühr. WooCommerce ist ein kostenloses Open-Source-Plugin für WordPress: Sie wählen das Hosting selbst, spielen Updates selbst ein und tragen die Verantwortung für Sicherheit und Backups.

Vereinfacht: Bei Shopify mieten Sie eine gepflegte Ladenfläche mit Hausregeln. Bei WooCommerce bauen Sie auf eigenem Grundstück, dürfen alles verändern und müssen das Dach selbst reparieren.

Kosten über zwei Jahre

Bei Shopify bestehen die laufenden Kosten aus Tarif, Zahlungsgebühren und Apps. Der günstigste reguläre Tarif liegt in Deutschland bei rund 30 € im Monat, bei Jahreszahlung darunter. Wer nicht Shopify Payments, sondern einen externen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt im Basic-Tarif zusätzlich 2 % Transaktionsgebühr. Apps für Bewertungen, Rechnungen oder Produktoptionen kommen monatlich hinzu.

WooCommerce selbst kostet nichts, ist aber nicht gratis. Sie zahlen für ein ordentliches WordPress-Hosting (realistisch 10–40 € im Monat), für kostenpflichtige Erweiterungen mit Jahreslizenz und vor allem für Wartungszeit: Updates von WordPress, WooCommerce und Plugins sollten getestet werden, bevor sie live gehen. Was wir zu Wartungsverträgen geschrieben haben, gilt hier besonders.

Rechnen Sie beide Varianten über 24 Monate durch: Einrichtung + 24 × (Tarif oder Hosting + Apps oder Lizenzen) + Zahlungsgebühren auf den erwarteten Umsatz + Wartungsstunden. Erst diese Summe ist vergleichbar.

Deutsche Rechtspflichten: beide brauchen Anpassung

Kein System erfüllt deutsche Anforderungen ab Werk vollständig. Der Bestellbutton „zahlungspflichtig bestellen“ (§ 312j BGB), Grundpreise, Lieferzeiten, Herstellerangaben nach der Produktsicherheitsverordnung und seit dem 19. Juni 2026 die elektronische Widerrufsfunktion nach § 356a BGB müssen Sie bei beiden umsetzen.

Bei WooCommerce übernehmen das meist deutsche Plugins wie Germanized oder German Market. Bei Shopify helfen Apps und Rechtstext-Dienste; den Checkout selbst können Sie nur über die vorgesehenen Erweiterungsmöglichkeiten verändern. Prüfen Sie vor der Wahl, ob die Widerrufsfunktion in Ihrem Setup sauber abbildbar ist.

Daten, Kontrolle und Wachstum

Bei WooCommerce liegen Datenbank und Dateien auf einem Server Ihrer Wahl, zum Beispiel in Deutschland, und Sie haben vollen Zugriff. Bei Shopify liegen die Daten bei Shopify; Sie arbeiten mit Export-Funktionen und Schnittstellen. Für die meisten Händler ist das kein Problem, für manche Branchen oder Konzernvorgaben schon.

Beim Wachstum dreht sich das Bild: Shopify skaliert bei Traffic-Spitzen ohne Ihr Zutun. Ein WooCommerce-Shop mit vielen Tausend Produkten und Bestellungen braucht gutes Hosting, Caching und jemanden, der die Performance im Blick hat.

Die Entscheidungsregel

Nehmen Sie Shopify, wenn:

  • Sie schnell starten und möglichst wenig Technik selbst betreuen wollen.
  • Ihre Abläufe dem Standard entsprechen: Produkt, Warenkorb, Zahlung, Versand.
  • niemand im Team WordPress-Updates und Backups zuverlässig übernehmen kann.

Nehmen Sie WooCommerce, wenn:

  • Sie bereits eine WordPress-Website mit Inhalten und Rankings haben, die der Shop ergänzen soll.
  • Sie ungewöhnliche Produktlogik, Preise oder Abläufe brauchen, die in Shopify nur mit vielen Apps gingen.
  • Daten auf einem Server Ihrer Wahl liegen müssen und Wartung vertraglich geregelt ist.

Häufige Fragen

Kann ich später von WooCommerce zu Shopify wechseln oder umgekehrt?
Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich exportieren. Kritisch sind die URLs: Shopify nutzt feste Pfade wie /products/ und /collections/. Ohne Weiterleitungsplan verlieren Sie beim Umzug Rankings.
Was ist besser für SEO?
Beide reichen für gutes SEO, wenn Titel, Beschreibungen, strukturierte Daten und Ladezeit stimmen. WooCommerce erlaubt freiere URL-Strukturen, Shopify hat weniger technische Fehlerquellen.
Und Shopware?
Shopware ist die dritte häufige Option, besonders im B2B und bei deutschen Agenturen. Den Vergleich mit Shopify finden Sie in unserem Artikel „Shopware oder Shopify“.

Quellen

Beschreiben Sie uns kurz Produkte, Zahlungsarten und angebundene Systeme. Wir empfehlen die passende Plattform und nennen Einrichtung und laufende Kosten für zwei Jahre.

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