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7 Min. LesezeitVon Onravetoni

MVP entwickeln lassen: Was es kostet und was wirklich hineingehört

Ein MVP, ein Minimum Viable Product, ist die kleinste Version eines Produkts, mit der Sie herausfinden, ob Kunden es wirklich nutzen und bezahlen. Die meisten MVPs werden zu teuer, weil sie zu viel können sollen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie den Umfang auf das Nötige begrenzen, was ein MVP realistisch kostet und welche Fehler Gründer am häufigsten machen.

Ein MVP prüft eine Hypothese, kein Produkt

Formulieren Sie vor der ersten Zeile Code, was das MVP beweisen soll: „Handwerksbetriebe zahlen 49 € im Monat, um Angebote in fünf Minuten statt einer Stunde zu erstellen.“ Jede Funktion, die zu diesem Beweis nichts beiträgt, gehört nicht ins MVP.

Prüfen Sie außerdem, ob es überhaupt Code braucht. Manchmal reicht eine Landingpage mit Vorbestellung, ein Formular mit manueller Bearbeitung im Hintergrund oder ein Prototyp in einem Design-Werkzeug, um die wichtigste Frage zu beantworten.

Was hineingehört und was nicht

Typischer Kern eines Software-MVP:

  • Registrierung und Anmeldung, wenn Nutzer Daten speichern.
  • Der eine zentrale Ablauf, für den Kunden zahlen sollen, sauber und schnell.
  • Zahlung oder zumindest eine verbindliche Zusage, wenn Zahlungsbereitschaft geprüft wird.
  • Messung: Welche Schritte nutzen die Testkunden, wo brechen sie ab?

Was meist warten kann: Admin-Oberflächen (anfangs reicht der direkte Datenbankzugang für Sie), mehrere Rollen, Mehrsprachigkeit, Apps für iOS und Android, Automatisierungen, die Sie zunächst von Hand erledigen können. Sicherheit, Datenschutz und Backups dürfen dagegen nicht warten, denn echte Kunden geben echte Daten ein.

Was ein MVP kostet

Ein Web-MVP mit Anmeldung, einem zentralen Ablauf, Zahlung und einfacher Auswertung liegt erfahrungsgemäß bei etwa 80 bis 250 Entwicklerstunden. Bei unserem Satz von 30 € pro Stunde sind das rund 2.400 bis 7.500 €; jede Funktion schätzen wir vorab einzeln. Agenturen mit höheren Sätzen kommen für denselben Umfang auf ein Mehrfaches; vergleichen Sie deshalb immer Stunden und Umfang, nicht nur Endsummen.

Rechnen Sie zusätzlich mit Budget für die Zeit nach dem Start: Erst die Rückmeldungen der ersten Nutzer zeigen, was als Nächstes gebaut werden muss. Wer das gesamte Budget in die erste Version steckt, kann auf diese Erkenntnisse nicht mehr reagieren.

Die häufigsten Fehler

Diese Fehler sehen wir bei MVP-Projekten am häufigsten:

  • Zu viele Funktionen, weil „Kunden das sicher erwarten“, ohne mit Kunden gesprochen zu haben.
  • Code und Zugänge liegen beim Entwickler statt beim Gründer; ohne vertragliche Übertragung der Nutzungsrechte gehört Ihnen der Code nicht automatisch.
  • Exotische Technik, die nur ein Entwickler beherrscht.
  • Keine Messung, sodass nach dem Start niemand weiß, ob die Hypothese bestätigt ist.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Entwicklung eines MVP?
Bei einem klar begrenzten Umfang meist vier bis zehn Wochen. Länger dauert es fast immer, weil der Umfang während der Entwicklung wächst.
Kann ein MVP später zum richtigen Produkt ausgebaut werden?
Ja, wenn es auf verbreiteter Technik und mit sauberem Code gebaut ist. Wegwerf-Prototypen sind nur sinnvoll, wenn das von Anfang an so geplant war.
Sollten wir das MVP nach Aufwand oder zum Festpreis beauftragen?
Ein Festpreis je Funktion verbindet beides: Sie wissen vorher, was jede Funktion kostet, und können nach den ersten Ergebnissen umplanen.

Quellen

Beschreiben Sie in drei Sätzen, was Ihr Produkt beweisen soll und für wen. Wir schlagen einen MVP-Umfang vor und schätzen jede Funktion in Stunden.

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