Website für Anwälte und Kanzleien: Aufbau, Berufsrecht und Mandatsanfragen
Wer einen Anwalt sucht, hat meist ein konkretes Problem und wenig Zeit: eine Kündigung, einen Unfall, einen Streit mit dem Vermieter. Die Kanzlei-Website muss in wenigen Sekunden zeigen, ob die Kanzlei genau dieses Problem bearbeitet, was der erste Schritt kostet und wie man Kontakt aufnimmt. Gleichzeitig gelten für Anwälte strengere Werberegeln als für andere Dienstleister. Dieser Artikel zeigt, wie beides zusammenpasst.
Struktur: nach Problemen, nicht nach Paragrafen
Mandanten suchen nicht „Arbeitsrecht“, sondern „Kündigung erhalten was tun“ oder „Abfindung berechnen“. Legen Sie deshalb für jedes Rechtsgebiet eine eigene Seite an und gliedern Sie sie nach den typischen Situationen Ihrer Mandanten. Wenn Sie beide Seiten vertreten, etwa Arbeitnehmer und Arbeitgeber, trennen Sie die Inhalte: Beide Gruppen suchen anders und haben andere Fragen.
Jede Rechtsgebietsseite sollte enthalten:
- Die typischen Fälle, in denen Sie helfen, in der Sprache der Mandanten.
- Fristen, die Mandanten kennen müssen, etwa drei Wochen für die Kündigungsschutzklage.
- Wie die Zusammenarbeit abläuft: Erstgespräch, Unterlagen, Kosten, Rechtsschutzversicherung.
- Wer in der Kanzlei das Gebiet bearbeitet, mit Qualifikation.
Berufsrecht: sachlich informieren statt anpreisen
Nach § 43b BRAO ist Werbung für Anwälte erlaubt, soweit sie in Form und Inhalt sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. Erklärende Ratgebertexte, klare Leistungsbeschreibungen und transparente Kosten sind genau das. Superlative, Erfolgsgarantien und reißerische Vergleiche sind es nicht.
Die Bezeichnung „Fachanwalt“ darf nur führen, wem die Rechtsanwaltskammer sie verliehen hat (§ 43c BRAO), und für höchstens drei Rechtsgebiete. Prüfen Sie auch Begriffe wie „Spezialist“ oder „Experte“ kritisch: Sie müssen der tatsächlichen Qualifikation entsprechen.
Impressum und Pflichtangaben
Als reglementierter Beruf braucht die Kanzlei im Impressum mehr als Name und Adresse. Üblich und gefordert sind:
- Gesetzliche Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“ oder „Rechtsanwältin“ und der Staat, in dem sie verliehen wurde.
- Die zuständige Rechtsanwaltskammer mit Anschrift.
- Die berufsrechtlichen Regelungen (BRAO, BORA, FAO, RVG, Berufsregeln der CCBE) und wo sie zugänglich sind.
- Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung: Name und Anschrift des Versicherers und räumlicher Geltungsbereich (§ 2 DL-InfoV).
- Bei Partnerschaft oder GmbH: Register, Registernummer und Vertretungsberechtigte.
Die Anfrage: schnell, aber mit Konfliktprüfung
Ein Kontaktformular für Kanzleien sollte zuerst Name des Mandanten und der Gegenseite abfragen, damit Sie vor dem inhaltlichen Gespräch eine Interessenkollision ausschließen können. Fordern Sie im ersten Schritt keine Dokumente an. Für Unterlagen gibt es einen verschlüsselten Upload oder ein Mandantenportal, keine einfache E-Mail.
Nennen Sie die Kosten des Erstgesprächs. Ohne Vereinbarung beträgt die Gebühr für ein erstes Beratungsgespräch mit Verbrauchern nach § 34 RVG höchstens 190 € zuzüglich Umsatzsteuer. Ein fester, veröffentlichter Preis senkt die Hemmschwelle zur Anfrage spürbar.
Eine Kanzlei-Website mit Seiten für die einzelnen Rechtsgebiete, Pflichtangaben und Anfrageformular beginnt bei uns bei 1.800 € zum Festpreis. Die Texte zu Rechtsgebieten liefern Sie oder wir erarbeiten sie mit Ihnen; die rechtliche Freigabe bleibt bei Ihnen.
Häufige Fragen
- Dürfen wir Mandantenbewertungen auf der Website zeigen?
- Echte, sachliche Bewertungen sind grundsätzlich möglich, dürfen aber keine Geheimnisse preisgeben und nicht irreführend ausgewählt sein. Die Verschwiegenheitspflicht gilt auch hier. Ein Link zum Google-Profil ist oft die einfachere Lösung.
- Lohnt sich ein Blog für eine Kanzlei?
- Ja, wenn die Beiträge konkrete Fragen beantworten, die Mandanten vor einer Beauftragung stellen, etwa zu Fristen, Kosten und Ablauf. Nachrichten über Urteile ohne Bezug zum Mandanten bringen selten Anfragen.
- Wie wichtig ist das Google-Unternehmensprofil?
- Sehr. Viele Suchen nach Anwälten sind lokal („Anwalt Arbeitsrecht Köln“). Ein gepflegtes Profil mit Rechtsgebieten, Öffnungszeiten und Bewertungen erscheint oft vor den organischen Ergebnissen.
Quellen
Nennen Sie uns Ihre Rechtsgebiete und Zielgruppen. Sie erhalten eine Seitenstruktur mit den Suchanfragen Ihrer Mandanten und einen Festpreis.
Kanzlei-Website anfragen