HubSpot oder Pipedrive: Welches CRM passt zu Ihrem Vertrieb?
HubSpot und Pipedrive sind die beiden CRM-Systeme, die kleine Vertriebsteams in Deutschland am häufigsten vergleichen. Beide sind gut. Sie lösen aber unterschiedliche Probleme: Pipedrive ist ein schlankes Werkzeug für Verkäufer, die Deals durch eine Pipeline schieben. HubSpot ist eine Plattform, die Marketing, Vertrieb und Service verbinden will. Welche passt, hängt davon ab, woher Ihre Anfragen kommen und wie viel Sie künftig automatisieren wollen.
Der Kernunterschied in einem Satz
Pipedrive organisiert Verkaufschancen, HubSpot organisiert den ganzen Weg vom ersten Website-Besuch bis zum Kunden. Wenn Ihre Verkäufer vor allem Angebote nachfassen, Termine vereinbaren und Deals abschließen, ist Pipedrive meist schneller eingeführt und wird lieber genutzt. Wenn Leads über Website, Formulare, Newsletter und Anzeigen kommen und Sie sehen wollen, welcher Kanal Umsatz bringt, spielt HubSpot seine Stärke aus.
Kosten: Lizenzen, Stufen und Zusatzmodule
Pipedrive rechnet pro Nutzer und Monat in vier Stufen. Bei jährlicher Zahlung lagen die Listenpreise 2026 zwischen rund 14 € (Lite) und 79 € (Ultimate) pro Nutzer, bei monatlicher Zahlung darüber. Einige Funktionen wie Lead-Formulare oder Dokumentenvorlagen sind in kleineren Stufen kostenpflichtige Zusatzmodule.
HubSpot hat ein kostenloses CRM und kostenpflichtige „Hubs“ für Marketing, Vertrieb und Service in den Stufen Starter, Professional und Enterprise. Starter ist pro Lizenz günstig; der Sprung zu Professional ist groß, und dort kommt meist eine einmalige Onboarding-Gebühr hinzu. Viele Automatisierungen, für die HubSpot bekannt ist, beginnen erst ab Professional.
Vergleichen Sie deshalb nicht Einstiegspreise, sondern die Stufe, die Ihre wichtigsten Abläufe tatsächlich abdeckt, mal Anzahl der Nutzer mal 24 Monate. Die aktuellen Preise stehen auf den offiziellen Preisseiten; sie ändern sich regelmäßig.
Datenschutz und Datenstandort
Beide Anbieter bieten Hosting in der EU an: HubSpot betreibt seit 2021 ein EU-Rechenzentrum, Pipedrive hostet Konten aus der EU laut eigener Dokumentation in EU-Regionen (Frankfurt und Dublin). Einige Unterauftragsverarbeiter können trotzdem außerhalb der EU sitzen. Prüfen Sie beim Abschluss den Auftragsverarbeitungsvertrag, die Liste der Unterauftragsverarbeiter und den tatsächlichen Speicherort Ihres Kontos. Was im CRM selbst datenschutzrechtlich zu beachten ist, beschreiben wir im Artikel zu CRM und DSGVO.
Einführung und Integrationen
Pipedrive ist in vielen Teams innerhalb weniger Tage produktiv: Pipeline-Stufen festlegen, Daten importieren, E-Mail verbinden. HubSpot braucht mehr Planung, weil Kontakteigenschaften, Lebenszyklusphasen und die Übergabe zwischen Marketing und Vertrieb sauber definiert sein müssen, sonst entsteht schnell Datenchaos.
Für beide gilt: Der Nutzen entsteht durch die Anbindung an Website-Formulare, E-Mail, Kalender und Buchhaltung. Beide haben offene Schnittstellen und Marktplätze; für individuelle Abläufe verbinden wir sie über n8n, Make oder direkt per API. Eine Anbindung mit automatischer Übergabe der Website-Anfragen beginnt bei uns bei 600 €.
Die Entscheidungsregel
Nehmen Sie Pipedrive, wenn Vertrieb das Hauptthema ist, das Team klein ist und Sie in Wochen statt Monaten produktiv sein wollen. Nehmen Sie HubSpot, wenn Marketing und Vertrieb zusammen gesteuert werden sollen, viele Leads über die Website kommen und Sie bereit sind, in Professional-Funktionen und eine saubere Einführung zu investieren. Wer schon ein CRM hat und unzufrieden ist, sollte vor dem Wechsel prüfen, ob das Problem am Werkzeug oder am Prozess liegt.
Häufige Fragen
- Reicht das kostenlose HubSpot CRM?
- Für Kontaktverwaltung und einfache Deal-Pipelines oft ja. Sobald Sie Sequenzen, Workflows oder Berichte über mehrere Teams brauchen, landen Sie bei kostenpflichtigen Stufen.
- Kann ich von Pipedrive zu HubSpot wechseln?
- Ja. Kontakte, Unternehmen und Deals lassen sich exportieren und importieren. Planen Sie die Zuordnung der Felder und Pipeline-Stufen vorher und testen Sie den Import mit einer Stichprobe.
- Gibt es europäische Alternativen?
- Ja, es gibt CRM-Anbieter mit Sitz und Hosting in der EU. Sie lohnen sich besonders, wenn Ihre Kunden oder Ihre Branche strenge Anforderungen an den Datenstandort stellen.
Quellen
Beschreiben Sie uns kurz, woher Ihre Anfragen kommen und wie Ihr Vertrieb arbeitet. Wir empfehlen das passende CRM und nennen den Aufwand für Einführung und Anbindung.
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